Geschichten vom Schutzmann Streukooche

© Richard Hunsdorf

Ich ben als „Schutzmann Streukooche“ en Kölle joot bekannt

Un kenn dä Fasteleer von Kindesdage aan.

Verklore dann dem junge Jeck vun ahler Tradition,

woröm dä Fastelovend bliev wat hä ald immer wor.



KG Kölsche Ulanen von 1849 e.V.  - Eine Uniformierung mit Tradition?

Als ich in der vergangene Session auf meinen nächtlichen Kontrollgängen das närrische Treiben beobachtete ist mir neben den historisch uniformierten Kölner Traditionsgesellschaften auch eine neue Gesellschaft aufgefallen. Dieser neue Verein stellte sich als die „KG Kölsche Ulanen von 1849 e.V. vor und beruft sich in seiner Tradition auf das „Westfälische Ulanen-Regiment Nr. 5“ dessen 1. und 2. Eskadron in den Jahren 1849/50 in Köln-Deutz stationiert waren.

 

Der Präsident der Gesellschaft, Rolf Schüssler, weihte mich schnell und vor allen Dingen historisch plausibel in die lange Tradition „seiner“ Ulanen ein. Eine schlüssige Geschichte, die es weiter zu verfolgen lohnt. Aus diesem Grunde habe ich mir einmal die Uniformierung der historischen Ulanen vorgenommen, die gerne mit dem aktuellen Erscheinungsbild der „Kölschen Ulanen“ verglichen werden kann. Anfangen möchte ich bei meiner Betrachtung mit den Kopfbedeckungen an Hand einer historischen Quelle aus dem Jahre 1877.

 

Die Kopfbedeckung der Ulanen nannte sich Tzapka oder Tschapka und bestand aus schwarz lackiertem Leder mit gelben Schuppenketten und der oben links angebrachten National. Seit 1843 wurde die Form der Tschapka kleiner. Der Augenschirm war rund mit Metalleinfassung, die in unserem Fall Silber war. Silber war die Regimentsfarbe des Westfälischen Ulanen Regiments Nr. 5 und spiegelte sich somit auch auf den Knöpfen der Uniform wieder. Doch zurück zur Kopfbedeckung. Auf dem Kopfstück war der preußische heraldische Adler befestigt, auf dessen Flügeln ein Banderas mit der Inschrift „Mit Gott für König und Vaterland“ (ab 1860). Auf der Brust des Adlers war 5 FR zu lesen. An der Kopfbedeckung waren am oberen Ende des Kopfstücks je nach Gala-, Parade- oder Felduniform weiße wollene Fangschnüre mit Quasten und Trödeln, bei den Offizieren von Silber, mit schwarzer Seide durchwirkt angebracht. Bei Paraden wurde ein weißer, links herabhängender Rosshaar Busch getragen. Bei den Offizieren war dieser Rosshaar Busch schwarz-weiß. Außerdem gab es einen Tuch-Überzug, die sogenannte „Tschapka-Rabatte“ mit weiß-wollenem Schnurbesatz, bei den Offizieren in Silber und schwarz durchwirkt. Generäle en Chef trugen einen schwarz-weißen Reiherbusch.

 

Neben der Tschapka hatten die Ulanen noch eine Mütze, die z.B. im Kasernenalltag z.B. beim Drillich getragen wurde. Diese Mütze war aus dunkelblauem Wollstoff und beim 5. Ulanen-Regiment mit einem ponceau rotem Rand und Vorstoß.

 

Abschließend wünsche ich Euch jetzt viel Spaß auf der Entdeckungsreise zur Kopfbedeckung der Kölschen Ulanen. Ihr werdet sehen, dass sich die Mitglieder der Gesellschaft wirklich mit der Thematik auseinander gesetzt haben. Aber Ihr dürft gespannt sein, die Uniform besteht nicht nur aus Kopfbedeckungen…

 

Verjesst niemols, uns Kölsche Tradition un woröm dä Fastelovend bliev wat hä ald immer wor!

Ühre

 

Schutzmann Streukooche